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Geb. Jan. 1977 im Bergischen Land
Gelernter Tischler / Restaurator / Kunstschreiner
arbeitet seit 2003 als:
freischaffender Künstler,
Schriftsteller / Journalist,
Fotograf.
Lebte 2002 - 9 Monate vom und im Wald.
Liebt und komponiert Musik.
Ist ein leidenschaftlicher Phylosoph.
Lebt seit 2009 mit seiner Familie in Ostfriesland.

Veröffentlicht Bücher, Artikel und Fotogarfien in verschiedenen Medien.
 

Christof Rouvel 2004:

Tim von Lindenau und der Wald gehören irgendwie zusammen.Das denkt man,wenn man dem Freiburger Urgestein gegenüber steht: schätzungsweise Anfang dreißig (sein tatsächliches Alter verrät er nicht), 1,85 m groß, mit langer blonder Mähne und Vollbart. Er wirkt selbstbewußt und freundlich, scheinbar durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ein Jahr verbrachte Tim von Lindenau im Wald. Dieses Jahr hat ihn verändert. Zuvor hatte er als selbständiger Bühnentechniker gutes Geld verdient, aber ihn beschlich dabei das Gefühl, dass das nicht das ganze Leben sein konnte - so ließ er alles hinter sich und ging in den Wald. Dort war er plötzlich weit weg von aller Zivilisation. Er vertiefte sich in das Sammeln von Pflanzen, las Mythen und überließ sich dem Zauber des Waldes. Zurück gekehrt von seinen Abenteuern, änderte er sein Leben: Statt weiterhin mit Hilfe von Technik Gewinne zu machen, stürzte er sich jetzt in die künstlerische Arbeit und holte sich dabei die Kraft für den künstlerischen Ausdruck in der Natur.
In seiner Heimatstadt Freiburg ist Tim von Lindenau bekannt als Musiker und Schriftsteller. Man nennt ihn den Wikinger und den Waldläufer. Ein Jahr im Wald, bei Wind und Wetter, bei Tag und bei Nacht – das ist ein Stoff zur Legendenbildung für alle, die davon träumen, dem Alltag zu entfliehen. Tim von Lindenau lacht, als er eine passende Anekdote erzählt: Zurückgekehrt aus dem Wald, wollte er sein gesammeltes Erfahrungswissen an Interessierte weitergeben und bewarb sich als Überlebenstrainer für Manager. Beim Praxistest mit den anderen Bewerbern hatten alle Teilnehmer ihre kompletten Überlebensausrüstungen und High-Tech- Schlafsäcke dabei – außer ihm. Er hatte gar nichts. Als es dann ans Eingemachte ging, schauten ihm alle staunend zu: Wie man ohne Streichholz und Feuerzeug ein Feuer macht und wie man sich aus Zweigen einen Schlafplatz baut. Den Veranstaltern war das ein bisschen zuviel Überlebenstraining - er wurde als einziger Anwärter nicht genommen. Schließlich sollten die Manager ja nicht auf dumme Gedanken kommen und plötzlich am Sinn ihres Managerlebens zweifeln!

Tim von Lindenau lacht gerne und hat sichtlich Freude an seiner Arbeit. Mit ihm kann man stundenlang philosophieren, denn er will immer hinter die Dinge sehen und verborgene Zusammenhänge erkennen. Immer interessiert ihn das Ganze, im Gegensatz zur Einseitigkeit unserer Wahrnehmungsgewohnheiten, die die Wirklichkeit verkürzen und in ihrer Vielschichtigkeit verkennen
Tim von Lindenau schreibt und komponiert Lieder und Stücke. Er entwickelt, spielt und singt Musik zusammen mit Joachim Wöhrlin, Tom Tetzlaff und Ulrike Braun in der Freiburger Neuzeit-Folkband „IFINGUR“. Zunächst war es Musik im Stil von hausgemachtem „Folk“. Nach einer Zeit auf den Freiburers Bühnen haben sich die Musiker zurückgezogen, um im Studio der guten alten Folkmusik einen neuen Kick zu verpassen. Das ist ihnen hörbar gelungen, und langsam eroberte der Neuzeit-Folk von IFINGUR die CD-Player der lokalen Szene, um dann weitere Kreise zu ziehen. Allein 2005 entstanden 5 CDs (davon 2 Alben). In Soloprojekten verbindet Tim von Lindenau die Elemente des Folk mit Neuem, um - wie er sagt - die tiefere Bedeutung seiner Lieder klanglich zu untermauern. Seien wir also gespannt, was uns auf der nächsten Platte erwartet!
Neben der Musik schreibt Tim von Lindenau auch Bücher für alle Altersstufen. „Von Wahrheit und Wandel“ ist ein persönlicher Erfahrungsbericht aus seiner “Waldzeit“. Vor einem volkstümlichen Hintergrund gibt er hier gut gehütete Geheimnisse aus der Welt der Pflanzen und der Naturgeister preis, sachlich und zugleich spannend verpackt in einer unkonventionellen Erzählung.

In der  Kinder- und Jugendbuchreihe „Tottes Abenteuer“ erzählt er lustige Geschichten für kleine Abenteurer und solche, die es werden wollen. Ob Totte hoch in den Lüften auf einem Blatt umherfliegt oder ob er sich bloß verschluckt – er erlebt die merkwürdigsten Geschichten. Auch zwei Hörspiele hat Tim von Lindenau bisher produziert, für dieses Jahr ist ein weiteres in Planung.
“Kinder brauchen Lieder“ sagt er und erklärt: „Echte Lieder kommen nicht aus Sample-Maschinen. Wenn ich daran denke,  welche Musik Kinder heute bereits zu hören bekommen, mag ich mir die Zukunft der Musik gar nicht mehr vorstellen. Vor lauter Elektronik kann die Musik mit „echten“ Instrumenten die Kinder gar nicht  mehr erreichen.“
Was treibt diesen Waldmenschen an? Er sagt, er träume davon, den Menschen mit seiner Musik ein Stück verlorene Volkskultur zurück zu geben. Dass heute viele Menschen ihr Heil in fernöstlichen Religionen suchen, sieht er als Zeichen dafür, dass ihnen der Bezug zum, traditionellen christlichen Glauben verloren gegangen ist. Doch wozu in die Ferne schweifen, wenn es noch die verschütteten Wurzeln der eigenen Tradition wiederzuentdecken gibt, die weit hinter das Christentum bis zu den Kelten zurückreichen? Die Kultur der Kelten ist Tim von Lindenaus Steckenpferd, denn in ihr spielt der Wald eine zentrale Rolle
Freuen wir uns auf neue Lieder und neue Bücher dieses bodenständigen und doch außergewöhnlichen Künstlers – und auf das, was sie ankündigen: auf die „Waldzeit“!

Kristof Rouvel

Tim von Lindenau ist im Bergischen Land geboren. Mit dreizehn Jahren fährt er mit dem Fahrrad nach Köln, um dort Straßenmusik zu machen. Gesang zur Gitarre. Damals verbrachte er seine Freizeit und die Schulferien damit, durch die Lande zu trampen um Deutschlands Wälder kennen zu lernen, alleine oder mit einem Freund. Während seiner Ausbildungszeit zum Tischler verdiente er sein Geld als Knecht auf einem Pferdehof in der Elfringhauser Schweiz. Als Geselle zieht er dann die Kluft an und geht ein Jahr auf die Walz. Zwischendurch arbeitet er als Gärtner und macht eine 6-monatige Reise quer durch Südostasien, bevor er 1998 in Freiburg ankommt. Er arbeitet als Schreiner bei den Städtischen Bühnen Freiburg und machte sich bald selbständig in der Bühnentechnik. Damit hatte er 2 Jahre lang vollen Erfolg bis ihn „der Rappel packte“. Er verlor sich zunehmend in all der Arbeit. Das Projekt „Naturerleben“ entsteht in dieser Phase. Ende 2001 reist er, alles zurücklassend, nach Südspanien und verschanzt sich drei Monate in einer Höhle auf der Suche nach seinem Ursprung. Dort schreibt er auch ein Buch über essbare Wildpflanzen. Zu Fuß marschiert er zurück in den Südschwarzwald und lebt 9 Monate im Wald nahe St. Peter. Zurück in der Zivilisation startet er in Kirchzarten sein Projekt „Naturerleben“ und gründet mit Joachim Wöhrlin die Folkband „IFINGUR“. Später stößt Tom Tetzlaf hinzu. Er lebt zu der Zeit in Kirchzarten und später in Littenweiler von Möbelrestauration. Am 4.7.2003 eröffnet Tim seine Galerie und das Keltische Zentrum „Nemeton“ mit der Vernissage seiner Ausstellung „Elementare Energieleiter“. Der „keltische Ring“ den er gründet, ist Treffpunkt für (keltisch-germanische) Kultur und Kontakte. Mit Vorträgen und Themenabenden, einem „Mittelalter-Abend und Tanzabenden, Seminaren, Vorlesungen, Exkursionen uvm. Ein Jahr später befasst er sich mit dem Bau von Keltischen Harfen und Zupfinstrumenten. Wieder folgt eine bewegte Zeit: 6 Monate mit Instrumenten-Werkstatt im Wohnwagen. Im Frühjahr 2004 pachtet er einen halben Hektar Land und wird zwischen Wildtal und Freiburg sesshaft. Den darauf folgenden Winter verbringt er hauptsächlich damit, ein Buch über seine Zeit im Wald zu schreiben: „Von Wahrheit und Wandel. Geschichten von Lichtern und Schatten unserer Zeit.“ Er komponiert im Sommer 2005 die Musik für die Produktion des Films „Prison de l’amour“ von Carsten Böhnke, übernimmt die Aufnahmeleitung und spielt, wie passend, eine Rolle als Barde. Im Anschluss an diese Arbeiten entstehen Jugendbücher und Hörspiele. Im Spätsommer werden auch die letzten Arbeitsschritte beim Bau des Ton-Studios beendet. Es entstehen weitere CD's und Bücher.

Anna K. Erlenmaier  Kulturmanagment
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